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Der Kongress Mozart&Science 2006 in Baden bei Wien hat die Pluralität der Forschungsansätze zur Musikwirkung in den verschiedenen Disziplinen wie Biologie, Pädagogik, Chemie, Physik, Musik und Neurologie thematisiert und damit Perspektiven des erforderlichen Dialogs aufgezeigt.
In seiner Fortsetzung mit dem 2. Internationalen Kongress der interdisziplinären Musikwirkungsforscung, kurz Mozart&Science 2008, vom 16.-19.11. 2008 sollen die aufgekommenen Fragen auf aktuellem Forschungsstand weiter verfolgt werden. Es sind dies
- Fragen der kognitiv-emotionalen Beziehungen von Musik in Gehirn und Körper - dem Kliniker als Psychosomatik medizinische Realität - wie die Diskussion von Rhythmus als Physiologischer Parameter und seiner Korrespondenz zur Musik,
- dann soll die Debatte um die Kriterien medizinisch-therapeutischer Qualität der musiktherapeutischen Intervention fortgesetzt werden
- und zum Dritten geht es um aktuelle Forschung zur Anwendung von Musik in der Medizin.
Diese Fragen werden, wie auch schon im ersten Kongress, auf internationalem Niveau und interdisziplinär diskutiert. Der Kongress bietet Einblicke in die validen Praktiken und Ergebnisse der Musikmedizin und der Musiktherapie. Der neuerliche Kongressimpuls aus Niederösterreich ruft dazu auf, Fachgrenzen der Forschung zu überschreiten, um für den Einbezug Musikalischer Therapie in Medizin und Pädagogik den Wissenshintergrund zu schaffen, der eine evaluierbare Anwendung erlaubt.
Die Kongresssprache ist Englisch und Deutsch, es wird simultan übersetzt.
Der Kongress arbeitet mit Vorlesungen, qualifizierten Round Tables für Mediziner, Workshops und open lectures zu praktischen Aspekten der Musiktherapie. Er richtet sich an Ärzte in Hospitälern, Niedergelassene Ärzte, die Medizinische Ausbildung, Pflegeberufe und Therapeuten, Psychologen, Biologen - aber auch Verantwortlichen des Gesundheitswesens. In seinem entwicklungspsychologischen Fragestellung ist der Kongress auch für alle Fachberufe der Pädagogik nützlich.
Der Kongress Mozart&Science 1, 2006 in Baden, konnte mit seinem Eröffnungsredner Juan G. Roederer auf den historische Aspekt verweisen, dass aus Österreich der weltweit erste Impuls kam, die Verbindung von Musik und Gehirntätigkeit wissenschaftlich aufzugreifen - und zwar von den Seminaren des Carinthischen Sommers, die Juan G. Roederer seit 1973 leitete. Seitdem hat sich die internationale Fachwelt stark dieser Thematik beschäftigt, wie die sprunghaft anwachsende Zahl von Studien und die zunehmende Zahl von Zeitschriftenartikeln belegt.
Aber obwohl zwischen 1995 und 2006 insgesamt 4400 Studien zur Musikwirkungsforschung publiziert worden sind ( 1974-1994: 3880; 1915-1974: 1010) ist der interdisziplinäre Aspekt noch nicht weit genug gediehen, um der Anwendung in Medizin, Psychologie oder Pädagogik einen klaren Platz und sichere Handhabung in medizinisch-therapeutischen Konzepten zu geben.
Daher vertieft der Kongress Mozart&Science 2008, diese Aspekte des ersten Kongresses:
Biologie der Musik
Zum einen die neuropsychologische, physiologische und entwicklungspsychologische Debatte der Musikwirkung. Hier kommen ontogenetische und phylogenetische Konzepte der Musikrezeption und Musikinkorporation zur Sprache. Was ist der Ton in der psycho-physiologischen Struktur, wie entsteht sein Bedeutungsraum, was sind die Varianzen, wie bindet er Gehirnvorgänge, Körpervorgänge und Emotionen zusammen?
Musik in der medizinischen Therapie - Ihre Kriterien für „evidence based“ Anwendung
Ziel ist, das Prolegomena der Musikwirkung, wie es Prof. Joachim Fischer 2006 zusammenfasste, zu einem praktikablen Katalog bringen, d.h. was kann hier „evidence based“ die Erfassbarkeit von Wirkung und auch die Anwendbarkeit von Maßnahmen charakterisieren. Was ist zu messen, was durch Beobachtung eindeutig zu erfassen, welche Kriterien der Wirkung lassen sich formulieren?
Dahinter steht die Absicht, diese Wirkung in z.B. Medizinische Therapie kalkulierbar einbringen zu können.
Der Kongress Mozart&Science 2008 präsentiert hervorragende internationale Beispiele von Musikwirkungsforschung und methodischer Reflektion – aus USA, Großbritannien, Deutschland, Niederlande, Griechenland, Italien, Finnland, Dänemark – und ruft erstmals zur Posterpräsentation aktueller Forschung auf diesem Gebiet auf . Neu: der erste Tag des Kongresses am 16. November, bietet Einführungsvorlesungen ins Thema: Physiologie, Neurologie, Musiktherapie sowie Workshops zu Atem und Körper, Bewegung und Körper, Musik und Körper, Musiktherapie bei Behinderung an.
© 2005-2008, Mozart&Science
