Internationale Gesellschaft für Musik- und Kunstwirkungsforschung - Österreich
Initiativen und Projekte
Die IMARAA ist Initiator der Kongresse MOZART&SCIENCE 2006 und Mozart&Science 2008, ein interdisziplinärer Kongress in Baden bei Wien im Oktober 2006 zur Diskussion über Substanz und Wirkung von Musik, insbesondere in den Bereichen Bildung/Erziehung und Medizin/Gesundheit.
Die Kongresse richten sich an Forscher, Lehrende, Mediziner und Therapeuten, aber auch an alle Entscheidungsträger aus diesen gesellschaftlichen Feldern. Wenn wir Musik nicht nur als Musikgeschichte, Spielpraxis und (Download-) Business sehen, sondern als Sozialisation und Bildungs-Mittel - bis in die einzelne Zelle – dann sollten wir auch Konsequenzen ziehen, wenn wir damit wirklich Verbesserungen erreichen wollen: in der Prävention und Rehablitation,
im Krankenhaus, im Schulalltag, beim Lernen, sogar bei Städteplanung und
Wohnen. Dafür sprechen die Ergebnisse zahlreicher internationaler Studien.
Auch für die Kunst selbst können sich durch diese Erkenntnisse neue Perspektiven eröffnen.
Grosses Interesse besteht auch in der Untersuchung von Wirkvorgängen der Kunst- und Kreativtherapien. Erste Studien zur Wirkung von therapeutischer Sprachgestaltung und Eurythmie zeigen die erstaunlichen Auswirkungen von richtig eingesetztem Rhythmus auf Erholung und Schlafqualität.
Im betrieblichen Zusammenhang werden durch diese Interventionsformen sogar Unfall- und Krankenstandzahlen drastisch reduziert.
In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen des Forschungsverbundes werden die Wirkung von Rhythmus und Musik mit speziellen Methoden der Herzfrequenzvariablitätsmessung und -analyse untersucht und Musiktherapien im Sinne der Etablierung ganzheitlicher Gesundheitskonzepte evaluiert.
Das zentrale Forschungs- und Arbeitsgebiet des
Instituts für Ethnomusiktherapie, das 1999 von
Dr. Gerhard Tucek gegründet wurde, liegt in den Bereichen Bewusstseinsforschung, außereuropäische Musik- und Tanztherapien, musikbezogene künstlerische Behandlungskonzepte sowie Lehre und Ausbildung zum Musiktherapeuten. Das Ziel des Instituts ist es, diese Konzepte unserem Kulturkreis im klinischen und pädagogischen Bereich zugänglich zu machen.
Die Weitsicht des Dirigenten Herbert von Karajans und sein Einsatz für die Musikwirkungsforschung bei Musikern schuf vor allem durch den Beitrag von Prof. Dr. Hellmuth Petsche wichtige Grundlagen und fand im Rahmen der Forschungsvergabe des
Herbert von Karajan Centrums sowie mit der Veranstaltung der Vortragsreihe Musik & Medizin bis Anfang 2006 ihre Fortsetzung.
Das
Forschungsnetz Mensch und Musik an der Universität Mozarteum Salzburg hat es sich unter der Wissenschaftlichen Leitung von
Prof. Dr. Hans Ullrich Balzer bis 2006 zur Aufgabe gemacht, unter Nutzung neuester Erkenntnisse der Chronobiologie die Wirkung von Musik auf den Menschen zu erforschen. Die dabei gewonnenen Ergebnisse sollen in ihrer breiten Vielfalt bei der Ausbildung von Musikern, in der Musikpädagogik, im musiktherapeutischen Bereich und nicht zuletzt auch bei der Erschaffung musikalischer und anderer künstlerischer Werke zur Anwendung kommen.
Seit 2002 wurden bisher insgesamt 11 Studien durchgeführt. Zudem werden zunehmend qualifizierte Diplome und Doktorate zu diesem Thema betreut – im Jahre 2006 sind es über 20.
Aus diesen Kenntnissen abgeleitet werden sollen u.a. methodische Konzepte in der musischen Ausbildung aber auch Programme zum effektiven musiktherapeutischen Einsatz bzw. zur Erschaffung spezieller therapeutisch orientierter Musik. Hierzu fand an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität eine erste Studie zur Musiktherapie bei und Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen statt.
Ziel der Studie "Optimierung rezeptiv-musiktherapeutischer Interventionen bei der Behandlung essentieller Hypertonie“ im Rahmen des
Forschungsprogramms für MusikMedizin an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (2005/2006, Leitung
Vera Brandes) war es, die relevanten Faktoren zu ermitteln, welche zu dem bestmöglichen Ergebnis hinsichtlich der Verbesserung des Gesundheitszustandes von Patienten mit durch rezeptive Musiktherapie führen können. Aufgabe der Studie war es, die Krankheitsbilder mit dem Einsatz von Musik zu therapieren, die auf der Grundlage chronobiologischer Erkenntnisse neu komponiert und den Krankheitssymptomen angepasst ist. Dieser Ansatz wurde durch die Erkenntnisse gestützt, welche Hans-Ullrich Balzer in seinen vorangegangen chronobiologischen Musikwirkungsstudien erbrachte. Regulatorische Fähigkeiten des Organismus können durch musikalische Stimulation unterstützt bzw. alteriert werden.
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Musikpädagogik als Prävention“ (
Prof. Dr. Gertraud Berka-Schmidt 2005,
Wiener Universität für Musik und Darstellende Kunst und Land NÖ) wurden die Beanspruchungssituation und die Wechselwirkung zwischen einer Lehrerin und den Schülern im Verlaufe eines Deutschunterrichts mittels des Mess-Systems SMARD-Watch registriert und mittels Zeitreihenanalyse (Balzer (1988), Balzer (2002)) analysiert. Registriert wurden u. a. die Parameter Elektromyogramm (EMG), Hautpotential (HP) und Hautwiderstand (HW). Bei einer Abtastrate von 1 Sekunde lag der Analysebereich von Regulationsvorgängen der vegetativ-emotionalen Reaktion (Parameter HW), der vegetativ-nervalen Reaktion (Parameter HP) und der muskulär-motorischen Reaktion (Parameter EMG) im Bereich von 2 – 13 Sekunden. Während des Unterrichts wurde ein Verhaltensprotokoll geführt.
Hier geht es um die Analyse des Unterrichtgeschehens, die optimale Interaktion und Stressabbau zwischen Schülern und Lehrern durch Maßnahmen im chronobiologischen Sinn, damit Leistungsverbesserung, resp. Optimierung des Unterrichts.

